27.07.10: Ausgezeichnetes Integrationsprojekt
Erlebniscamp mit Wassersport bietet eine Woche Natur pur
Neben Wanderungen entlang der Elbe, dem Beobachten von Tieren, lauschigen Abenden am Lagerfeuer gehörten auch tägliche Kanuausflüge zum Programm.
Auch in diesem Jahr hieß es wieder: „Lasst die Wilde Zicke zu Wasser!“ Auf diesen Namen hört das Kanu, das die Menschen mit Behinderung über die Elbe befördert. Das Projekt „Zeltlager mit Kanutouristik“ wird seit 2006 von Mitarbeitern des PARITÄTISCHEN sowie von Monika und Gerhard Rentsch, die engagierte Mitglieder des Kanuvereins sind, veranstaltet und betreut.
Es ist ein Erlebniscamp für zwölf Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen, das auf dem Gelände des SV Eintracht Gommern e.V. stattfindet. „Das Zeltlager ist ein hervorragendes Integrationsprojekt für Menschen mit Behinderung im Zusammenleben mit den Mitgliedern des Kanuvereins“, erklärt Gerhard Ackermann, Leiter des Regenbogenhauses. Weil die Kanuten ihre Freizeit dort verbringen, haben sich gesunde und behinderte Menschen über die Jahre angenähert. Sogar Freundschaften sind entstanden. Inzwischen ist das Projekt sogar preisgekrönt. Im letzten Jahr gab es dafür den dritten Platz der Aktion „Sterne des Sports“. Auch 2010 kämpfen die Initiatoren wieder um die vorderen Plätze. Dabei geht es nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um kreative Vorhaben, die Gesundheit, Jugendarbeit und Gleichstellung in den Fokus rücken.
„Für beide Seiten ist das Zeltlager jedes Jahr eine Bereicherung“, weiß Ackermann. „Unsere Bewohner genießen diese eine Woche und können dabei wertvolle Lebenserfahrungen sammeln.“ Die Gewässer rings um den Zeltplatz am Steinhafen Pretzien bieten den Menschen nicht nur die Chance, die Natur zu erleben. Ihr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wird gestärkt, Ängste werden abgebaut. Es fördert die Kreativität und eröffnet die Möglichkeit, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Manuel Neese und Steffen Engel (li.) genießen die frische Luft und die neuen Eindrücke.
