Martin-Jan Nijhof in der Rolle des geplagten Schlaflosen im Einakter "Nacht der Ängste".
Foto: Nilz Böhme

19.02.10: Von Erbschleichern und Schlaflosen

Doppelpremiere im Opernhaus

Nino Rotas amüsanter Operneinakter „Nacht der Ängste“ sowie Puccinis einziges komödiantisches Werk „Gianni Schicchi“ feiern am kommenden Sonnabend, 27. Februar, 19.30 Uhr, Premiere im Opernhaus Magdeburg. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Johannes Stert, Regie führt Aron Stiehl.

Im Mittelpunkt des vergnüglichen Doppel-Opernabends steht ein Bett: Im ersten Teil ist es ein Hotelbett, in dem sich ein Neurastheniker damit plagt, Schlaf zu finden. Vorausdenkend hat er die Nachbarzimmer gleich mitgemietet. Dumm nur, dass der geschäftstüchtige Portier diese Zimmer heimlich vergibt, und der Neurastheniker eine „Nacht der Ängste“ auszustehen hat! Im zweiten Teil ist das Bett ein Sterbebett, darin ein Toter, und um ihn herum die „lieben“ Verwandten, die mit Entsetzen feststellen müssen, dass ihnen die Verteilung des Erbes so ganz und gar nicht passt. Doch vielleicht kann da der gewiefte Gianni Schicchi helfen?! In die Rolle des Schlaflosen schlüpft Martin-Jan Nijhof aus dem Magdeburger Opernensemble, als gerissener Gianni Schicchi ist der Italiener Bruno Balmelli zu erleben, der derzeit an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf engagiert ist. Dass Nino Rota, Komponist von weltberühmten Filmmusiken wie „Der Pate“ oder „La dolce vita“, auch Opern wie die Komödie „La notte di un nevrastenico“ schrieb, ist nur Wenigen bekannt. Puccinis turbulente Erbschleicherposse „Gianni Schicchi“ hingegen zählt zu den humoristischen Glanzpunkten der Opernbühne. Der gebürtige Freiburger Johannes begann seine Karriere 1993/1994 als Kapellmeister am Pfalztheater Kaiserslautern und war ab 1995 zehn Jahre lang Kapellmeister ab der Oper Köln. 2001 folgte Johannes Stert einer Einladung von Philippe Jordan und Karen Stone an das Opernhaus Graz, wo er nach zwei erfolgreichen Produktionen als Erster Gastdirigent verpflichtet wurde und diese Position bis 2006 innehatte. Internationale Gastengagements führten ihn u. a. an das Teatro Nacional de São Carlos Lissabon, die National Opera of Korea in Seoul sowie die Königliche Oper in Kopenhagen. Als Konzert- und Operndirigent gastierte Johannes Stert auf diversen Festivals wie den Wiener Festwochen, der Triennale Köln, dem Festival in Montepulciano, dem Festival »Dei due Mondi« in Spoleto/Italien, den Dresdner Tagen für zeitgenössische Musik. Seit 2004 ist Johannes Stert ständiger Gastdirigent des WDR-Rundfunkorchesters Köln. In Magdeburg leitet Johannes Stert in der Spielzeit 2009/2010 neben dem italienischen Doppelabend das 9. Sinfoniekonzert sowie Leonard Bernsteins »West Side Story«. Regisseur Aron Stiehl studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg unter der Leitung von Götz Friedrich das Fach Musiktheater-Regie, das er mit Auszeichnung abschloss. Von 1996 bis 2001 war er als Spielleiter an der Bayerischen Staatsoper engagiert. 2007 wurde er nach Tel Aviv eingeladen, wo er Die Entführung aus dem Serail mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter Zubin Mehta in Szene setzte. Zubin Mehta engagierte ihn zudem für die Regie der Götterdämmerung mit La Fura dels Baus in Florenz und Valencia 2009. Als freiberuflicher Regisseur inszenierte er u. a. in Klagenfurt, St. Gallen, Opernhaus Halle, Bern, Bielefeld, Erfurt, im Münchner, Oldenburg, Hamburg und Görlitz.

KK

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